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~ Erinnerungen ~
Perem saß in den weichen Kissen und wickelte sich in seinen Umhang. Die Geräusche des Dorfes drangen nur gedämpft zu ihm. Gedankenverloren zündete er sich seine Pfeife an und paffte im Dunkeln vor sich hin.
Ein Spaßvogel, dieser Herr Schwernthal, dachte er und musste immer noch schmunzeln, als er an dessen Demonstration in der Taverne dachte. Dann dachte er an das Gespräch über die Magie und daran, wie ihn seine Tischgenossen zweifelnd angesehen hatten, als er ihnen im Verlauf des selbigen davon erzählt hatte, dass er selbst ein bisschen Magie wirken konnte, aber - und das war wohl das Zweifelhafte - er sich nie bewusst für ein Studium der arkanen Künste entschieden hatte. Ich habe es aus Versehen gelernt, hatte er ihnen gesagt. Er erinnerte sich an die Gesichter und musste wieder schmunzeln. Er paffte ein paar mal an seiner Pfeife und seine Gedanken glitten ein ganzes Stück in der Vergangenheit zurück.
Er erinnerte sich daran, wie er - als er Lantan noch nicht allzulange verlassen hatte - in Calimhafen auf den alten Zandrin getroffen war. Er war sehr beeindruckt von dessen Fähigkeiten. Er konnte scharfe Klingen scheinbar aus dem Nichts herbeiholen, jemandem die Sinne schwinden lassen, ohne ihn auch nur zu berühren, Gegenstände und Kreaturen in Flammen aufgehen lassen und viele andere Dinge, die der damals noch sehr junge Gnom noch nie zuvor gesehen hatte.
Dahinter muss eine wirklich ausgefuchste Technologie stecken, dachte er damals. Bei dem Gedanken daran schüttelte er heute milde über sich selbst lächelnd den Kopf. Aber zu der Zeit hatte er tatsächlich keine Ahnung, auf welches "Handwerk" er sich einließ, als er sich bei Zandrin wissensdurstig in die Lehre begab. Freilich dämmerte es ihm recht schnell. In all den Büchern, die ihn Zandrin studieren ließ, fand sich kein einziger Bauplan für irgendeine technische Apparatur, mit der man diese Effekte hervorrufen konnte. Nichts dergleichen! Der allmähliche Wegfall der Sprachbarriere tat das übrige dazu. Er hatte tatsächlich aus Versehen ein Studium der arkanen Künste begonnen - eigentlich in der Hoffnung, sein Interesse bezüglich raffinierter Techniken zu bedienen.
Meister Zandrin entging natürlich im Laufe der Zeit auch nicht, dass Perem wohl doch nicht der richtige für diese Kunst war, obwohl dieser - hauptsächlich aus Höflichkeit heraus - sich große Mühe gab. So brachte er ihm einige kleinere Dinge bei und nahm ihn aber eines Tages zur Seite, um mit ihm ein ernstes Gespräch zu führen. Perem fiel dabei ein Stein vom Herzen, und sie einigten sich darauf, dass er nach diesem Winter seine Lehre abbrechen würde. Die verbleibende Zeit nutzte Zandrin dann vornehmlich dazu, Perem ein paar eher handfestere Dinge der Kunst beizubringen: Das Erkennen und Gebrauchen von magischen Artefakten etwa. Oder Konzentrationstechniken. Aber auch einige kleinere Hervorrufungen und Verzauberungen, die Perem so beeindruckt hatten - denn ein gewisses Talent war durchaus vorhanden. Der Tag des Abschieds fiel beiden nicht leicht. Aber sie wussten auch dass es das Beste war. Und so zog Perem weiter durch die Welt. Wieder etwas - ein bisschen - gelernt, aber nicht zum Abschluss gebracht.
Große Dienste hat ihm dieses Wissen dennoch Zeitlebens erwiesen. Noch heute nutzt er das Erlernte und dankt des öfteren im Stillen seinem damaligen Meister und hofft für ihn, danach einen besseren Lehrling gefunden zu haben. Auch jetzt dachte er noch eine Weile an ihn. Und schlief dabei langsam ein.
_________________ "Realität ist dann wohl das, was man daraus macht." (Futurama)
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