Grüblerisch ging sie durch Neldar und suchte sich einen Platz, wo sie in Ruhe über das nachdenken konnte, was Herr Animan ihnen - ihr, Nimin und Marlinda - gerade erzählt hatte. Es war nun das dritte Treffen mit dem Seher und immer wieder war sie aufs Neue fasziniert, wie er es schaffte sie zu motivieren weiterzusuchen. Weiter nach einem Buch, was es vielleicht gar nicht gab.
Schon beim letzten Mal, als sie die Karte gesehen hatte, hatte ihre Neugierde gewonnen und sie zog noch an diesem Abend mit Marlinda los, um nach Hinweisen zu suchen. Ninim begleitete die beiden an diesem Abend nicht, denn er wollte lieber in Telain nach dem Rechten schauen. Anania konnte es gut verstehen, seitdem die Elfen weitergezogen waren, gab es keinen mehr dort oben über den Bäumen und wenn es Ninim dorthin zog, dann sollte er es tun. Sie hielt inne und schaute in den Sternenhimmel, als würde sie dort eine Antwort finden - sie dachte an die Elfen und wo sie wohl nun eine neue Heimat gefunden hatten und wie es ihnen wohl gehen würde - leicht zuckte sie mit den Schultern und seufzte, während sie ihren Weg wieder fortsetzte.
Ja, die Karte, sie war leicht zu lösen gewesen - dachte sie - weil sie sich in der Gegend auskannten, besonders Marlinda. Sie grinste leicht in sich hinein bei dem Gedanken an Marlinda. Sie war so voller Energie gewesen, die kleine Hin. Anania kam es so vor als ginge Marlinda in Gedanken sämtliche Wege in der Umgebung ab, um zu wissen, welcher Ort es genau auf dieser Karte war. Sie kamen zu dem Entschluß, das es auf jeden Fall der Weg in den Sumpf sein musste. So zogen sie schon kurze Zeit später, mit der Karte in der Hand, Richtung Sumpf.
Als sie an dem Holzkonstrukt ankamen, hielt Anania dort Wache und Marlinda erkundete die Gegend, um sicher zu sein, dass sie auch wirklich den Fahrstuhl runter in den Sumpf benutzen mussten. Anania schaute auf das riesige Holzkonstrukt und musste zugeben, dass ihr der Gedanke an den Fahrstuhl und die Sümpfe nicht so gut gefiel. Sie hatte ein ungutes Gefühl bei der Sache und war es wirklich wert, sein Leben zu lassen für etwas, wo keiner genau wusste, ob es überhaupt existierte...
Marlinda kam zurück und teilte Anania mit, das auf der Karte das Kreuz wohl eher die Höhle anstatt der Sumpf sei und Anania fiel ein Stein vom Herzen. Gerade so als hätte man ihren Wunsch erhört, doch nicht in diesen Aufzug zu müssen. Erleichtert stieg sie mit Marlinda die Treppen hinab in die Höhle.
Sie schauten sich um und suchten nach Hinweisen, Hinweisen die dem Seher in irgendeiner Weise weiterhelfen würden. Die Höhle schien verlassen zu sein, so dass sie Zeit hatten jeden Winkel zu untersuchen...bis, ja bis sie Stimmen vernahmen. Die Höhle war nun von Goblins besetzt worden. Ein Heerschar von kleinen gelben Kreaturen, die auf Marlinda und Anania nicht gut zu sprechen waren.
Zwei konnten sie noch beruhigen, waren diese Goblins doch gierig nach allem was glitzerte. Marlinda bot ihnen im Tausch, dass sie weitersuchen durften, glitzernde Steine an - Aventurien. Gierig nahmen sie die wertvollen Steine und verschwanden in der Tiefe der Höhle. Was die beiden nicht wussten, das sie reingelegt worden waren! Anstatt sich ruhig zu verhalten - wie versprochen - und Marlinda und Anania weitersuchen zu lassen, riefen sie Alarm...
Anania schaute besorgt zu Marlinda und griff zu ihrer Waffe. Eigentlich wollte sie niemanden töten, aber das was sie aus der Tiefe hörten, ließ nichts gutes erahnen. Sie liefen schnell, um auch noch die restlichen Räume der Höhle zu durchsuchen. Wenn auch nicht mehr mit dieser Sorgfalt wie zu Anfang war aber wenn irgendwo etwas lag, dann würden sie es sicherlich bemerken. Sie kamen leider nicht weit und machten sich bereit, sich dem ersten Kampf zu stellen. Doch diese kleinen gelben Feiglinge flohen, nachdem sie aus dem Hinterhalt auf die beiden geschossen hatten. Anania war leicht benommen, doch Marlinda setzte ihren Weg unbeirrt fort. Sie folgte den Goblins und Anania folgte Marlinda wie im Trance. In einem größeren Raum in der Höhle, wo sich nun ein paar Dutzend Goblins befanden, unter ihnen auch der Häuptling, kam es zum Kampf. Anania hatte sich wieder gefangen und sah, wie Marlinda sich einige Goblins vornahm und auch sie erhob ihre Waffe und zielte auf die kleinen gelben Kreaturen, bis zum Schluß ein ängstlicher Häuptling überblieb. Da die Angst zu sterben ihm in den Augen geschrieben stand und auch die Hilferufe recht jämmerlich klangen, hielten Marlinda und Anania inne. Er versprach ihnen, dass sie alles nehmen dürften, was sie fanden, wenn sie ihn nur am Leben ließen. Marlinda und Anania wechselten kurze Blicke und ließen den kleinen gelben Feigling fliehen. Als er den großen Raum verlassen hatte, machten sie sich ans Werk alles genau zu untersuchen und stießen auf mehrere unscheinbare und nicht wertvolle Gegenstände, so dachten sie zumindest. Anania hielt einen Lumpen in der Hand, der wohl den Goblins als Putzlumpen diente. Als sie den Lumpen anhob, fiel Ihr Blick auf ein Zeichen, deshalb entfaltet sie den Lumpen komplett und tatsächlich, dort waren die gleichen Zeichen zu erkennen wie schon auf der Karte zuvor. Anania und Marlinda beschlossen den Lumpen einzupacken und ihn Jahin Animan zu geben, damit dieser beurteilen konnte, was es wohl mit den Zeichen auf sich hatte.
-Fortsetzung folgt

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